Der Start der Weidesaison steht endlich vor der Tür! Für Euch als Pferdebesitzer ist es wichtig, nicht nur das Impfmanagement im Auge zu behalten, sondern auch das „Parasitenmanagement“. Dazu gehört auf jeden Fall eine Wurmkur etwa ein bis zwei Wochen vor dem ersten Weidegang. Parasiten sind immer im Pferdekörper, es dürfen jedoch nicht zu viele werden. Durch die Wurmkur vor der Weidesaison hältst Du den sogenannten Parasitendruck für Dein Pferd möglichst niedrig. Auch die anderen Pferde, die mit Deinem Pferd auf der Weide stehen, sollten diese Wurmkur in jedem Fall erhalten und damit zu Eurer Weidehygiene beitragen. Ein zusätzlicher Weg den Parasitendruck einzudämmen ist natürlich auch das regelmäßige Abäppeln. Je nach Weidedauer zwei- bis viermal monatlich.

Diese Wurmkur vor der Weidesaison sollte natürlich keinesfalls die einzige im Jahr sein! Die heutigen Wurmkuren sind für das Pferd gut verträglich geworden, daher sollte Dein Pferd tatsächlich drei- bis viermal jährlich eine Wurmkur erhalten, um es keinen unnötigen Gefahren durch Parasiten auszusetzen. Welches Präparat mit welchem Wirkstoff wann eingesetzt wird, solltest du vorher vorausplanend mit Deinem Tierarzt besprechen.

Dabei kann es sinnvoll sein, dass Dein Tierarzt eine Kotprobe Deines oder auch mehrerer Pferde Deines Stalles nimmt und einschickt, um bestimmen zu lassen, welche Larven oder Würmer tatsächlich in Eurem Stall vermehrt vorhanden sind. Daraufhin kann er das ideale Präparat mit dem passenden Wirkstoff für Euren Befall aussuchen. Dies ist auch eine gute Maßnahme um Resistenzenbildungen zu vermeiden, denn dafür reicht es leider nicht aus, willkürlich von Mal zu Mal oder von Jahr zu Jahr die Wurmkur zu variieren. Sollten einmal in einer Kotprobe keine Würmer oder Larven gefunden werden, heißt das leider nicht, dass Dein Pferd wurmfrei ist. Würmer durchlaufen verschiedene Reifungsstadien. Dabei gibt es auch Zeiten, in denen sie in der Darmwand „schlummern“, nicht ausgeschieden werden und demnach auf diese Weise auch nicht entdeckt werden können.

Zu guter Letzt kommt es dann noch auf die richtige Dosierung an. Früher hat man ein „normales“ Reitpferd auf etwa 600 kg geschätzt, heute weiß man, dass es eher der Wahrheit entspricht von 650 – 700 kg auszugehen. Kleinpferde, Ponys und Fohlen sind unheimlich schwierig zu schätzen! Manche Stallbesitzer bieten deswegen in regelmäßigen Abständen an, eine Pferdewaage auf den Hof kommen zu lassen, um das genaue Gewicht der Vierbeiner feststellen zu lassen. Die Kosten werden dann meist auf alle Teilnehmer aufgeteilt und halten sich so im Rahmen. Falls Du einen Landhandel in der Umgebung hast, könntest Du dort auch anfragen, ob Du mit dem Pferdehänger mal auf die LKW-Waage fahren darfst, mit der das durch die Landwirte vom Feld angelieferte Getreide gewogen wird. Du wiegst Deinen Hänger einmal mit und einmal ohne Pferd, dann kennst Du auf diesem Weg auch sein tatsächliches Gewicht und bist mit der Dosierung immer auf der sicheren Seite.

Es gibt durchaus Pferde, die sich schon nicht mehr einfangen lassen, wenn sie nur „riechen“, dass da irgendwo in Deiner Jackentasche die Wurmkur versteckt ist. Hat es einmal oder mehrmals schlechte Erfahrungen mit einem unangenehm schmeckenden Medikament gemacht, welches Du ins Maul verabreichen musstest, kann das schon der Auslöser für ein ablehnendes Verhalten sein. Da hilft entweder schnell sein oder Geduld und Überredungskunst und ganz viel leckere Möhren hinterher. Oder aber Du hast das Glück, dass es genau Dein benötigtes Präparat bereits in Tablettenform mit süßlichem Geschmack gibt, so dass Du es wie Leckerlis aus der Hand füttern kannst!