Wattreiten in Cuxhaven | REITTV-Teamreiterin Lisa

Schon wieder eine Whatsapp-Nachricht und das auch noch während des Frühstücks (Papa liebt dieses „Gebimmel“ am Frühstückstisch). Es ist eine Sprachnachricht von einer tollen Freundin: Svenja. Doch keine gewöhnliche Sprachnachricht, einfach nur zum quatschen. Svenja möchte mit ihrem Pferd im Watt reiten, sie möchte nach Cuxhaven. Mit Pferd. Und mit mir. Das klingt toll, denke ich. Svenja war schon öfter in Cuxhaven und ich hatte immer Lust, mal mitzukommen. Die Ferienwohnung ist für 4 Personen ausgelegt, also fragt Svenja weitere Freunde und ich frage eine Freundin und meine Schwester, ob sie auch Lust auf Ausritte im Watt haben. Natürlich haben alle Lust. Und alle bekommen Urlaub (bei Svenja und mir als Studenten ist das ja etwas einfacher 😉 ). Somit sind wir 6 Personen. Halt. War die Ferienwohnung nicht nur für 4 Personen? Stimmt ja.

Nun ja…wir sind alle unkompliziert, die Vermieterin hat nichts dagegen, also geht es zu sechst nach Cuxhaven, besser gesagt nach Sahlenburg. Die Wohnung ist gebucht und auch 6 Pferdeställe sind reserviert. Da ich am Samstag noch ein Turnier habe, kommen meine Schwester Janina, meine Freundin Nadine und ich erst am Sonntag nach. Svenja, Pauline und Kathleen reisen schon Samstag an. Ein paar Tage vor Abfahrt fällt uns dann ein, dass doch noch ein wenig Planung notwendig ist. Wo schlafen wir überhaupt? Die Wohnung ist ja nur für 4 Personen ausgelegt. Also benötigen wir Matratzen und zusätzliche Bettwäsche. Was essen wir da überhaupt? Geplant wird, dass die drei am Samstag anreisenden Mädels schonmal einkaufen, da Sonntags die Läden geschlossen haben. Wie wird das Wetter? Kalt? Nass? Die Wettervorschau ist nicht so prickelnd. Der LKW wird also mit Regenjacken und warmen Pullovern vollgestopft. Was müssen wir sonst noch mitnehmen? Kraftfutter für die Pferde (Heu und Stroh sind vor Ort) und natürlich Möhren. Schon am Samstag packen wir den Transporter und den Anhänger, damit es am Sonntag direkt nach dem Früchstück losgehen kann. An alles muss gedacht werden und man kann besser zuviel mitnehmen als zu wenig (zumindest solange, bis es wieder ans auspacken geht 😉 ). Reichen 3 Abschwitzdecken pro Pferd? Wir packen besser noch mehr ein. Ganz wichtig ist Lederpflege, da die Sachen nach den Wattritten nicht mehr ganz so toll aussehen. Gamaschen dürfen ruhig vergessen werden, solange man nur ins Watt möchte. Da sollte man nämlich besser ohne Gamaschen reiten, die scheuern nämlich wegen des Sandes. Dafür sind Glocken umso wichtiger. Auch praktisch sind bei den Temperaturen Nierendecken für die Pferde. Und noch etwas: Ganz viel Lust und Spaß!

Am Sonntag ist alles eingepackt. Die Pferde haben Heunetze und wir genug Süßigkeiten für die Fahrt (man könnte bei 2,5 Std ja verhungern).
Vor Ort ist die Planung dann doch wichtiger als gedacht. Man muss schauen, wann Ebbe ist, sodass man dann ins Watt reiten kann. Wenn man noch nie vor Ort war, ist es am besten, dass man erst zu Fuß an den Strand geht und sich anschaut, wo genau man reiten darf und wo nicht. Man sollte wirklich vorsichtig sein, denn im Pril zu reiten kann sehr gefährlich werden! Weiße Fähnchen zeichnen jedoch sehr schön aus, auf welchen Flächen geritten werden darf und wo man es besser sein lassen sollte. Solange man sich an diesen Bereich hält, sind dem Spaß keine Grenzen mehr gesetzt.

Wir hatten unglaublich viel Spaß, vor allem auch die Vierbeiner. Alle konnten so schön galoppieren. Man sollte darauf achten, dass man sich möglichst in Gruppen einteilt, sodass nicht einer in einer Gruppe eher langsam reiten möchte und der andere eher der Heizer ist 😉

Der einzige Nachteil an dem unheimlich tollen Galoppieren durch das Watt ist, dass danach alles wieder blitzeblank geputzt werden muss. Und das jeden Tag! Aber auch das kann in einer Gruppe ganz spaßig sein! An einem Abend versuchten wir uns extra zu verwöhnen und tauschten unsere Nudeln mit Soße durch einen Restaurantbesuch aus. Natürlich mussten wir dem italienischem Speiseplan treu bleiben, also gab es Pizza (mal ganz abgesehen davon, dass das das einzige geöffnete Restaurant in der Umgebung zu dieser Jahreszeit war 😀 ). Wir stellten fest, dass Nudeln mit Soße doch gar nicht so verkehrt sind und blieben besser dieser Variante treu 😀

Am Dienstag, unserem letzten Tag, passte die Ebbezeit leider nicht zu unserer Abfahrtszeit, sodass wir uns für einen langen Waldausritt entschieden. Wir waren begeistert! Stundenlang sind wir durch wunderschöne Waldstrecken galoppiert (ein bisschen Kondition sollte also auch am besten vorhanden sein – sowohl beim Pferd, als auch beim Reiter, um noch aufwärts nach Hause gehen zu können 😉 ).

 

Alles in allem, absolut empfehlenswert! 20 Grad mehr auf dem Thermometer wären sehr praktisch gewesen, allerdings muss man die Unterkünfte (vor allem die, bei denen die Pferde direkt bei der Ferienwohnung stehen) im Sommer seeeeeehr weit im voraus buchen! An besonderen Tagen, beispielsweise Pfingsten, ist diese Unterkunft meist schon fast zwei Jahre vorher ausgebucht.
Und noch ein kleiner Tipp: Ein großer Vorat an Apfelsaft oder Vitamalz schadet auch nicht, um die Pferde dazu zu überreden, dass man auch so nah am Wasser fressen sollte!

2017-03-22T10:41:24+00:00 März 23rd, 2017|Freizeitreiten, REITTV Team|

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