In den vergangenen Jahren setzte sich immer mehr die Erkenntnis durch, dass Heu DAS wichtigste Grundfutter für das Pferd ist und dass es auch wirklich GENÜGEND davon fressen können muss. Dabei geht es sowohl um die Menge der Energie, die das Pferd über das Heu bekommen soll, als auch um die Befriedigung des Kaubedürfnisses des Pferdes.

Natürlich muss die Qualität des Heus stimmen. Gutes Heu muss die sogenannte Sinnesprüfung bestehen. Das bedeutet: Es soll gut und aromatisch riechen, es soll gut aussehen, nicht zu grün und nicht zu braun, sondern hell- bis dunkelgrün, und es soll sich griffig anfühlen, nicht zu weich und nicht zu holzig.

Als Mengen-Richtwert sieht man heute 2 % der Körpermasse an. Ein 600 kg schweres Pferd -und dieses Gewicht bringt ein Pferd leicht auf die Waage- sollte also 12 kg Heu pro Tag erhalten. Es gibt Pferde, die diese Menge an Heu problemlos über den Tag verteilt aufnehmen. Manche würden auch noch mehr fressen, wieder andere haben gar keine Lust so viel zu fressen und wühlen einen guten Prozentsatz davon unter ihre Einstreu – sehr zum Ärgernis des Stallbetreibers. Schließlich ist es bares Geld, dass er dann auf den Misthaufen fährt. 10 kg Heu kosteten im vergangenen Erntejahr je nach Region etwa 1,50€ bis 2,00€, das summiert sich im Laufe eines Monats.

Es gilt also zu beobachten, zu welchem Typ Dein Pferd gehört, um daraufhin eine optimale Lösung zu schaffen. Heißt diese Lösung für den „Alles-Verputzer“ Heu ad libitum, muss das zur Verfügung stehende Heu trotzdem noch sauber und trocken bleiben. Außerdem sollte trotzdem noch nachvollzogen werden können, welche Heumenge das Pferd dann tatsächlich pro Tag oder Woche aufnimmt, damit man die Kraftfuttergabe und/oder die Bewegungsintensität entsprechend anpassen kann.

Um die Fressdauer für das Heu noch weiter zu verlängern wurde mancherorts eingeführt das Heu aus Heunetzen zu füttern. Das ist zunächst eine gute Idee, da das Pferd durch die Maschen länger mit fressen beschäftigt ist und weniger Heu auf einmal ins Maul nehmen kann. Außerden sollten die Fresspausen für das Pferd im Idealfall vier Stunden nicht überschreiten, da der Pferdemagen unabhängig von der Futteraufnahme andauernd Magensäure produziert, die durch den beim Kauen entstehenden und abgeschluckten Speichel abgepuffert wird.

In der Praxis wurde jedoch beobachtet, dass eine Reaktion Deines Pferdes auf das Fressen aus dem Heunetz, insbesondere aus einem engmaschigen Heunetz, das Absondern von Kotwasser sein kann. Das kann damit zu tun haben, dass das Herauszupfen des Heus dem Pferd Stress bereitet, da es nicht so schnell zum Kauen kommt, wie es das gerne möchte – und Stress ist ja genau das, was wir für das Pferd vermeiden müssen, um den Verdauungstrakt gesund zu halten. Außerdem birgt das hängende Heunetz für das Pferd eine Verletzungsgefahr.