Barfuß oder doch mit Profil?

Es wird immer wieder kontrovers diskutiert: Eisen oder nicht? Wie bei fast jedem Thema gibt es auch hier sicher Extremisten, mit einer Meinung dazu, von der sie sich nicht abbringen lassen. Dein junges Pferd soll in diesem Jahr die ersten Turniere gehen und nun stehst Du auch vor der Entscheidung? Oder Du hast über den Winter die Eisen abnehmen lassen und überlegst, ob Dein Pferd sie jetzt wirklich wieder braucht? Nehmt Euch Zeit für die Entscheidung und fällt sie nicht unter Druck von Außen oder pauschal, nach dem Motto „Das macht man halt so“. Jedes Pferd und auch jeder Huf ist anders. Hier ein paar Dinge, die Du wissen solltest:

Viel wird über den „Hufmechanismus“ gesprochen, was ist das überhaupt?

Bei jedem Auffußen des Pferdes senkt sich das Gewölbe der Hufsohle etwas ab. Die Trachten dehnen sich leicht auseinander, so dass sich auch die Strahlfurchen etwas weiten und das Strahlpolster den Untergrund berühren kann. Die Zehe des Hufes bleibt nahezu unverändert. Der Hufmechanismus puffert einerseits die Erschütterung des Auffußens ab, was Sehnen und Gelenke schont, andererseits wirkt er wie eine Pumpe für die Durchblutung der so wichtigen Huflederhaut. Die Huflederhaut verbindet die Hornkapsel mit dem in ihr liegenden Hufbein. Sie ist enorm wichtig dafür, dass das Hufbein den anatomisch richtigen Halt im Huf behält und das Pferd ein sicheres Gefühl beim Auffußen hat. Durch das Weiten belüften sich auch die Strahlfurchen. Die Strahlfäule verursachenden Bakterien haben weniger Chancen.

Wird der Hufmechanismus durch das Eisen denn eingeschränkt?

Bringt der Hufschmied die Eisen korrekt an, dann befinden sich die Nägel nur im vorderen Teil des Hufes, maximal bis zur breitesten Stelle. Die meiste Bewegung des Hufes kann also stattfinden. Lediglich das Absenken des Strahlpolsters bis zum Boden ist fast unmöglich. Außerdem könnten sich die Trachten auf den Schenkeln der Hufeisen vermehrt abreiben.

Nur vorne oder auch hinten?

Bei jungen Pferden ist es generell üblich, ihnen zur Gewöhnung erstmal nur vorne Eisen zu verpassen. Doch ist es sinnvoll? Vorne schwer, hinten leicht? Fällt das Gewicht der Hufeisen im Verhältnis zur Körpermasse des Pferdes „ins Gewicht“? Oftmals sieht man es den jungen Pferden am Gang an, wenn sie gerade frisch ihre ersten Hufeisen bekommen haben. Der Fußungsbogen verändert sich. Doch meist hält diese Veränderung nicht lange an, da sich das Pferd daran gewöhnt. Zuviel Veränderung in der Bewegung würde ohnehin nur die Sehnen und Gelenke vermehrt belasten.

Dann ist da noch die Frage: Vorne eine mittige Kappe oder zwei seitliche?

Häufig wird letzteres gemacht um dem Pferd durch Zurücksetzen des Eisens ein besseres Abrollen ermöglichen zu können. Doch auch das solltest Du nicht leichtfertig entscheiden. Die seitlichen Kappen könnten dazu führen, dass die Seitenwände des Hufes steiler werden. Das würde nicht nur dem Pferd Trittfläche und somit Stabilität nehmen, sondern auch den Strahl einengen, der dann ein dauerhaftes Fäulnisproblem bekommen könnte.

Wenn Du in den Sommermonaten häufiger zum Turnier fährst oder über Stock und Stein ausreiten gehst, wirst Du um Hufeisen nicht herum kommen. Auch Spring- oder Vielseitigkeitspferde benötigen Hufeisen, um ihnen auf nassem, rutschigem Untergrund durch das Eindrehen von Stollen sicheren Halt geben zu können. Auch wenn Dein Pferd aufgrund einer Lahmheitserkankung einen Spezialbeschlag braucht, hast Du keine Alternative.

Wie auch immer Du Dich entscheidest: lass Dich eingehend auch von mehreren Fachleuten (Tierarzt, Hufschmied, Huforthopäde) beraten. Es muss eine Entscheidung sein, die genau auf Dein Pferd „zugeschnitten“ ist!

Es gibt eine interessante App zum Huf, schau mal auf: www.hoof-explorer.com

2017-03-07T11:38:04+00:00 März 5th, 2017|Ausrüstung für Pferd & Reiter, Gesundheit & Pflege|

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