Springen

Springen

Das Springreiten ist eine weitere Disziplin im Pferdesport. Beim Springreiten müssen Pferd und Reiter einen Parcours bewältigen, der aus mehreren Hindernissen besteht, welche in einer bestimmten Reihenfolge zu überwinden sind. Bei den Sprüngen unterscheidet man zwischen Steilsprung, Oxer, Kombination, Distanz, Trippelbarre und Wassergraben. Eine Springausbildung gehört zu jeder Grundausbildung eines Pferdes dazu. Dies erkennt man heutzutage beispielsweise an den Dressurprüfungen, die einen Gehorsamssprung beinhalten. Zu einer Springausbildung gehören Stangenarbeit, Cavalettiarbeit, Trabsprünge, Freisprünge und Gymnastikreihen. Dabei werden Rhythmus und Koordination geschult. Über dem Sprung soll sich der Rücken des Pferdes aufwölben, damit es den Sprung rund und in einem guten Fluss überwinden kann. Gymnastikreihen sind neben dem Springreiten ein toller Ausgleich für alle Pferde. Diese Arbeit fördert die Taktreinheit und verringert das Risiko von Rückenproblemen.

Stangen- und Cavaletti-Arbeit für Anfänger - Übungen für den Schritt

REITTV-Trainerin Vera Lange gibt Euch Tipps für die Stangenarbeit im Schritt

Besonders in der kalten Jahreszeit ist die Arbeit mit Stangen und Cavalettis eine willkommene Abwechslung für Pferd und Reiter. Aber auch das ganzjährige Training kann mit der Stangenarbeit unterstützt und verbessert werden. Damit der erste Kontakt von Stangen und Pferd gelingt, geben wir gemeinsam mit Pferdewirtschaftsmeisterin Vera Lange Tipps und Tricks für ein erfolgreiches Stangentraining. In diesem Teil der Serie beschäftigen wir uns mit den Grundlagen und Übungen im und für den Schritt.

REITTV-Teamreiterin Steffi und ihr Schimmel machen sich zuerst einmal mit den Stangen vertraut, indem sie diese im Schritt umreiten. So hat das Pferd die Möglichkeit sich an die bunten Stangen am Boden zu gewöhnen. Handelt es sich um ein erfahrenes und gelassenes Pferd kann man diese Übung gut am hingegebenen Zügel machen. Bei jungen und unerfahrenen Pferden sollte man eine gute Verbindung zum Pferdemaul haben, um auch bei unerwarteten Situationen stets die Kontrolle behalten zu können.

Haben Pferd und Reiter sich an die Stangen gewöhnt, kann man damit beginnen, eine einzelne Stange im Schritt zu überwinden. Um es Pferd und Reiter leichter zu machen, kann man rechts und links neben die einzelne Stange zwei weitere Stangen vertikal legen. So einsteht eine Art Gasse, die dem Paar den Weg weist. Auch hier muss wieder das Zügelmaß entsprechend dem Pferd angepasst werden. Dennoch sollte man darauf achten, dass das Pferd genug Raum hat sich selber über seinen Hals ausbalancieren zu können. Gerade bei Pferden, die noch keine Erfahrungen mit Stangen haben kann es passieren, dass sie anfangs stolpern. Gibt man ihnen genug Zügel können sie das Ungleichgewicht mühelos selber regeln.

Ist auch diese Hürde geschafft kann man die Übungen mit einer weiteren oder mehreren Stangen hintereinander ausbauen. Besonders gut geeignet sind diese Übungen für Pferde, die Probleme haben ihren Takt zu finden oder dessen Schritt man sich raumgreifender wünscht. Durch die Barriere der Stange müssen die Pferde diese taktrein überwinden und auch schon mal einen größeren Schritt machen. Bei Pferden, die Probleme mit der Losgelassenheit im Schritt haben, ist es hilfreich die Stange höher zu legen. Hierzu kann man sich ein Cavaletti auf die erste Stufe stellen oder eine einzelne Stange mit Hilfe von Kunststoffblöcken erhöhen. Die Stange sollte sich zu Anfang ca. 15 cm oberhalb des Bodens befinden.

Das richtige Maß zwischen den Stangen zu finden, richtet sich vor allem nach der Größe eines Pferdes und ob es sich um eine lösende oder versammelnde Übung handelt.

In der Regel sollte man im Schritt die Stangen etwa 80cm auseinander legen.

Da man selten ein Maßband mit im Stall hat, und der Ein oder Andere Längen nicht gut schätzen kann, hat Vera Lange einen guten Tipp für Euch. Man kann sich die eigenen Füße zur Hilfe nehmen. Hierbei entsprechen vier Fußlängen eines Menschen mit der Schuhgröße 39-40 einem Schritt des Pferdes.
Sollte man merken, dass die Stangen nicht optimal an den Schritt des Pferdes angepasst sind, kann man diese nach Belieben verschieben.

Die Übungen im Schritt können 2-3 mal in der Woche ins Training eingebaut werden. Wichtig ist, die Übungen immer mit einem positiven Erlebnis zu beenden.