
Lösende Übungen
Aufwärmen vor dem Sport ist wichtig. Das haben die meisten von uns schon in der Grundschule gelernt. Also wurde vor schwierigen Übungen am Stufenbarren oder auf der Turnmatte fleißig Runde um Runde durch die Sporthalle getrabt und danach gedehnt, so dass es manchmal ganz schön unangenehm durch Arme, Beine und Rumpf zog. Erst wer Muskulatur und Kreislauf auf optimale Betriebstemperatur gebracht hatte, konnte mit Höchstleistungen glänzen. Ähnlich ist es beim Sportpartner Pferd. Ganz klar, muss man sich vorher auf sein Pferd einstellen. Ist es ein noch junges, unerfahrenes Pferd? Oder ein voll im Training stehender Kraftprotz? Ein Sensibelchen, das nervös auf alle möglichen Umweltreize reagiert oder ein routiniertes Pferd, das sich schnell langweilt bei den immer gleich ablaufenden Übungen? Deswegen gibt es keinen genauen "Fahrplan" für die Lösungsarbeit, wohl aber einige Grundregeln: Schon beim Aufsitzen sollte der Reiter ausstrahlen, dass er bestimmt, was nun auf dem "Stundenplan" steht und sich auch voll darauf konzentriert. Mindestens zehn Minuten Schritt am hingegebenen oder langen Zügel sind das zeitliche Minimum für den Beginn der lösenden Arbeit. Ein optimal passendes Grundtempo im nun folgenden Trab (dabei leichttraben) ist wichtig. Auch der Galopp gehört zur lösenden Arbeit. Jeder Reiter muss individuell entscheiden, wann der Arbeitsgalopp mit einbezogen wird. Viele Übergänge (Trab-Galopp-Trab) sind besonders bei Pferden, die eine große Galoppübersetzung haben, eine gute Übung.
Dehnungshaltung beim Reiten - Die Reitsportsendung Folge 9/2
Die Dehnungshaltung ist einer der wichtigsten Übungen im Reitsport.
Die Dehnungshaltung ist eine der wichtigsten Übungen im Reitsport. Ob Dressur, Springen oder Vielseitigkeit, jeder Reiter sollte sein Pferd in Dehnungshaltung reiten können. Auf der Skala der Ausbildung wird sie gleich im Punkt der Losgelassenheit verlangt, da sie die Voraussetzung für die weitere Arbeit mit dem Pferd ist. Wenn der Hals sich nach unten streckt, kann das Pferd den Rücken nach oben wölben, es entspannt sich und kommt zur Losgelassenheit. Die Dehnungshaltung kann auch mit dem klassischen Vorwärts-Abwärtsreiten verglichen werden, denn das Ziel ist das selbe, das Pferd zu lösen. Der Raumgriff kann z.B. verbessert werden, da das Pferd beim Vorwärts-Abwärtsreiten vermehrt von hinten nach vorne durch schwingt. Nicht nur der Raumgriff, sondern auch der Schwung kann so erarbeitet werden.
