Ist es möglich in nur 90 Tagen einen rohen Mustang aus der amerikanischen Wildnis so auszubilden und zu trainieren, dass er dem Trainer nicht nur vertraut, sondern mit ihm gemeinsam auch schon Wettkämpfe bestreiten kann?

Genau das wollen 15 deutsche Top-Trainer und -Trainerinnen diesen Sommer herausfinden. Nach dem amerikanischem Vorbild des „Extreme Mustang Makeover“ bekommen die Trainer einen gerade halfterführigen, aus Amerika importierten Mustang zugelost. Ab diesem Zeitpunkt haben sie 90 Tage Zeit, um die Pferde nach ihren Ansätzen und Philosophien, aber immer auf Vertrauensbasis und zum Wohle des Pferdes, an den Menschen zu gewöhnen und artgerecht auszubilden.

Nach Ablauf der 90 Tage findet am ersten Augustwochenende das große Finale in der Aachener Soers statt. Die Trainer treten mit den Mustangs in gerittenen und geführten Wettbewerben gegeneinander an. Der jeweilige Trainer entscheidet selbst, wie weit „sein“ Mustang ist und welche Prüfungen man ihm zumuten kann. Gewertet wird hauptsächlich die Harmonie, die Bindung und das Vertrauen zwischen Mensch und Tier, aber auch Gelassenheit und Rittigkeit. Das Finale ist eine Freestyle-Vorführung, die nach freiem Ermessen des Trainers angelegt wird und zeigen soll, was das Pferd in den 90 Tagen gelernt hat. Manche Pferde werden auch hier nur an der Hand vorgestellt. In Amerika gab es aber auch schon Überraschungen, wo einzelne Pferde schon Anfänge von Lektionen der höheren Dressur-Klassen zeigten, teilweise nur am Halsring. Man darf gespannt sein! Im Anschluss an die Veranstaltung werden die trainierten Mustangs versteigert.

Die 15 Trainer, unter ihnen auch Bernd Hackl, Sandra Schneider und Dr. Vivian Garbor, bekommen es mit einem absolut ursprünglichen Pferd zu tun, das in seinem bisherigen Leben kaum Kontakt zum Menschen hatte und dadurch ein ganz anderes Lernverhalten an den Tag legt als unsere gezüchteten Pferde hier in Deutschland. Der Mustang in Amerika kämpft täglich um sein Überleben. Die Weideflächen werden immer kleiner und die meisten Landbesitzer wollen die wilden Pferde einfach nur loswerden, um Futter und Platz für ihre eigenen Viehherden zu haben. Die Herden müssen regelmäßig ausgedünnt werden, um die Landwirtschaft und auch die Population der Wildpferde zu schützen und ihr Überleben zu sichern. Der Mustang hat nur wenige natürliche Feinde und würde sich ohne Kontrolle zu schnell vermehren. Deswegen werden die Pferde jedes Jahr eingetrieben und einzelne Tiere versteigert.

Die amerikanischen Mustangs stammen von entlaufenen Hauspferden ab und haben sich in der Wildnis frei entwickeln können. Durch ihre Herkunft findet man in ihnen Einschläge vieler verschiedener Pferdetypen, sowohl im Exterieur als auch im Interieur. Vom Pony, über Spanier und Quater Horses bis zum klassischen Sportpferd oder Kaltblut kann ein Mustang alles sein. Demnach ist er auch für jegliche Reitweisen geeignet. Durch natürliche Selektion (nur die starken, gesunden Tiere überleben) hat sich ein robuster und gesunder Genpool entwickelt. Die Pferde sind kaum anfällig für Krankheiten und kommen gut mit Veränderungen zurecht. Auch für ihre Trittsicherheit sind sie bekannt. In der Wildnis haben sie gelernt keine unnötige Energie für die Flucht zu verschwenden und sind somit sehr unerschrocken und gelassen. Sie bauen schnell Vertrauen zu ihrem Menschen auf und gehen mit ihm durch dick und dünn.

Das Mustang Makeover soll in diesem Jahr erstmals auch in Deutschland die Reiterwelt auf diese besonderen Pferde und deren Situation aufmerksam machen. Die gesamte Veranstaltung ist nicht nur ein kleiner Wettkampf zwischen deutschen Trainer-Größen und deren verschiedenen Denkweisen, sondern soll vor allem zeigen, wie lernfähig und besonders die amerikanischen Wildpferde sind. Durch Aufklärung und Werbung soll für den Verkauf der Tiere und somit auch für den Schutz der gesamten Rasse gesorgt werden.

Mit einem umfangreichen Rahmenprogramm aus Messe, Showdarbietungen, Lehrveranstaltungen und Expertenforen bietet das Mustang Makeover Germany eine außergewöhnliche Alternative zur Turnier- und Wettbewerbsszene.

Die Karten zu diesem Event sind begrenzt. Tickets und weitere Informationen zum Mustang Makeover auf www.mustangmakeover.de.

Buchtipp: „Der letzte Mustang“ von Peter Cloten und Tony Stromberg, erschienen im Müller-Rüschlikon Verlag